The West Coast Trail Daily Report, July 6 to 11, 1999

Link to Canadian Tourism Map of lower Vancouver Island with WCT area (southern half of Pacific Rim National Park) Read here about Canadian History

Während der Planung unserer Tauchferien in Britisch Kolumbien suchten wir eine weitere Herausforderung um unsere Energie rauszulassen. Erinnerungen an Kommentare über einen gewissen "West Coast Trail" brachten uns dazu, mehr Informationen über diesen bekannten Trail in Kanada via Internet zu beschaffen. Dabei stiessen wir auf einige sehr detaillierte und gut geschriebene Berichte und Erklärungen über diese Wanderetappe, welche schlussendlich alle zum gleichen Konsens führten: Dieser Trail wird alles von Dir abverlangen und Du begehst ihn lieber gut vorbereitet, sei es dass Du die richtige Ausrüstung verwendest, oder dass Du körperlich fit bist. Ungefähr im gleichen Stil warnt der offizielle Hiker's Prep Guide die Anfänger da draussen im WCT, dass er den Ruf hat, "einer der anstrengensten Treks in Nord Amerika" zu sein.

Nun, das klang genau danach, wonach wir suchten. Via Internet haben wir schnell erfahren, dass pro Tag lediglich jeweils 26 Hiker von Nord und von Süd den Trail begehen dürfen, und dass man sich daher exakt drei Monate vor der geplanten Tour anmelden muss. Wir haben also am 6. April die Reservierung unseres Platzes für den 6. Juli 1999 via Telefon aus der Schweiz vorgenommen.

Du kannst alle Basis- und technischen Informationen zum West Coast Trail auf dem Internet finden, z.B. auf unserer Linkseite, wir wollen Dich also nicht mit all diesem auf unserer Page langweilen. Wie auch immer, einen kleinen Rat haben wir dann doch für Dich. Der Trail kann in einigen Teilen zu einer grossen Schlammhalde werden (und so war es, als wir ihn gemacht haben) und deshalb sind die folgenden drei Dinge absolut notwendig: Einstellbare leichtgewichtige Wanderstöcke (ein Paar davon!), Gators (Stulpen) und (wenn man einmal im Wald übernachtet) starkes Insektenschutzmittel (mit hohem Deetanteil). Duct tabe (Klebeband), v.a. wasserfestes kann auch sehr hilfreich sein, so wie ein Regenschutz für deinen Rucksack. Andere nützliche Dinge über die man nachdenken sollte sind: Halte deine Gruppe möglichst klein oder teile sie bereits zu Beginn des Trails in kleinere Gruppen ein; versuch deinen Hike in den Ebezeiten zu planen (auf dem Sand oder den Shelves laufen ist weniger anstrengend) und denk an die Fahrtzeiten der Fähren. Wenn man all dies berücksichtigt, kann der Trail ohne Probleme in 5 bis 7 Tagen durchwandert werden, ohne dass man sich gleich umbringen muss. Was Du auch berücksichtigen wirst, ist das regionale Wetter über die letzten paar Jahre.

Wir fliegen also Ende Juni nach Vancouver und geniessen mit Freunden ein paar schöne Tage in dieser Grossstadt und in den nördlichen Bergen. Anschliessend nehmen wir die Fähre nach Swartz Bay auf Vancouver Island, mieten ein Auto und fahren nach Victoria, einer zauberhaften Stadt. Wiederum sind wir bei Freunden eingeladen und kommen so sehr günstig über die Runden. Nach einigen Tagen und leider nur ein paar wenigen Tauchgängen ist es dann soweit - der 6. Juli naht. Wir decken uns also mit allen möglichen Arten von Trockenfutter ein, so z.B. Milchpulver, Trockenfrüchte, Cereals, Riegel, Suppen, Fertiggerichte, Chinesische Nudeln usw.

Zum nördlichen Trailhead in der Nähe von Bamfield zu kommen ist nicht allzu einfach, wenn man keinen eigenen Limofahrer hat resp. wenn man nicht hingebracht wird. Wir können nicht empfehlen, dass Freunde Euch dahin bringen. Sie würden Euch dafür hassen, speziell wenn es keine 4x4 erfahrene Offroad Fahrer sind und nicht mit einer 4 stündigen Fahrt von Victoria aus gerechnet haben. Da ist es besser, ein wenig Kohle locker zu machen und mit dem Shuttle Bus von Victoria Station aus mit der Garantie loszufahren, dass Ihr am anderen Ende des Trails auch wieder abgeholt werdet.

Beim nördlichen Trailhead wird Euch ein Park Ranger einiges im Bezug auf Wilde Tiere wie Bären oder Pumas, den Zustand des Trails, die Benutzung von Gezeitentafeln, die Outhouses (Toiletten), die Behandlung von Trinkwasser (wir haben Micropur Wasstertabletten benutzt und auch Wasser abgekocht) und das Wetter beibringen. Ihr werdet vor allem darauf hingewiesen, den Trail voll konzentriert zu absolvieren und immer auf die Gezeitentabelle zu achten. Leider hat es das Park Management nicht geschaft, eine Gezeitentabelle mit Angabe des Tageslichts zu erstellen, man muss also das Gehirn benutzen, wenn man die besten Wege durch die Gezeiten berechnet. Beim Trailhead muss man auch die Gebühr von derzeit 70C$ und 25 C$ für zwei Fährenübersetzungen bezahlen, welche durch ein paar Einheimische durchgeführt wird. Es ist schade zu sagen, aber 12,50 C$ für diese Art von Flussüberquerung ist eine kleine Ausbeutung. Das ganze Reservat kann sich vermutlich von den Einkünften der zwei jungen Fährenführer ernähren.

Das Wetter und der Zustand des Trails macht es fast unmöglich, die 75 Km (47 Meilen) lange Strecke in gleichmässige Tageslängen aufzusplitten. Wir machten den Trail in 6 Tagen, gingen an einem Tag mehr als 20 anstrengende Kilometer und an einem anderen Tag nur 8, waren immer viele Stunden am Wandern...und während dieser ganzen Zeit trägt man mindestens 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken. Nun, schlussendlich hat sich herausgestellt, dass der Trail anstrengender aber auch imposanter war, als wir ihn zunächst erwartet hatten und keiner, den wir in diesen 6 Tagen traffen, hat den Trail in weniger Zeit absolviert.

So, findet nun in unserem Trailreport heraus wie wir's gepackt haben.



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Update: 1. May 2000